Dem Wetter einen Schritt voraus.

Gestern hatten wir mit dem Wetter Glück. Der Tag begann mit einer schönen Route um die Seenlandschaft bei Plön. Nach Mittag hatten wir Lübeck erreicht. Die Stadt des Marzipan. Leider war es am Samstag sehr voll in der Stadt. Außerdem waren die Wetterprognosen für den Nachmittag recht schlecht. Und so hielt der Nachmittag Gegenwind und die Aussicht auf ein schweres Gewitter bereit. Es wurde schwül und heiß. Nicht das beste Radfahrerwetter. Wir arbeiteten uns zäh Kilometer um Kilometer voran. Und von denen hatten wir am Ende wieder gut 90 auf der Uhr. Gottlob hatten richtig kalkuliert. 5 Minuten nach unserem Eintreffen am Ziel fing es an, wie aus Kübeln zu schütten an.Heute wollten wir es etwas ruhiger angehen lassen. Unser Ziel war es, südlich bis zur Elbe vorzudringen und in der Nähe von Lauenburg eine Unterkunft zu finden. Damit ließen wir Schleswig-Holstein hinter uns und erreichen Niedersachsen.Heute war so ein Tag, da weiß man nicht wie er wird. Gestern waren wir nach 95 Kilometer ganz schön K.O. Da heute (für einen ruhigen Tag) nur 75 Kilometer kalkuliert waren, dachten wir schon, dass es doch wieder eine harte Nummer wird. Doch es kam ganz anders. Die ersten 25 Kilometer liefen locker dahin. Man konnte sich echt dabei erholen. Kein Witz. Alles über kleine Sträßchen, die wir von einem „Lokal“ empfohlen bekommen haben. Und so ging es weiter bis Lauenburg. Dank einheimischer Hilfe eine Genusstour.Nach 4 Etappen haben wir jetzt 403 Kilometer auf dem Tacho. Ob der Schnitt zu halten ist…In Lauenburg gab es Kaffee und Kuchen in einem schön renovierten, 400 Jahre alten Gebäude an der Elbe. Die Promenade hatte es bei dramatischen Elbehochwasser sehr in Mitleidenschaft gezogen. Es ein Wunder, dass fast alles wieder so gut hergerichtet ist. Und dann waren es nur noch 9 Kilometer zu unserer Unterkunft. Da gerade jetzt in der Ferien die freien Übernachtungsmöglichkeiten eher rar gesät sind, gestaltete sich die Suche recht übersichtlich. Wir sind schließlich auf das Schloss Lüdersburg gekommen. Schloss, dachten wir, ja mei. Wird halt einen Schloss sein, das hergerichtet ist. In so einem Kasten sind wir doch schon öfters untergekommen.
Doch als wir ankamen wurde uns schnell klar – hier übernachtet man nicht – hier logiert man. Da kamen wir an und fanden uns in einem noblem Golf-Resort wieder. An der Rezeption höchst professioneller Service. Und das Zimmer stellte sich als Suite über zwei Etagen heraus. So viel Platz, so viel Gepäck haben wir gar nicht, die Räumlichkeiten auszunutzen. Hier geht’s nobel zu. Wir fühlten uns gleich etwas adliger. „Herr und Frau von Finkenzeller“ würde sich hier auch gut anhören. Da haben wir uns gleich angepasst. Ja, das Schloss Lüdersburg im Landkreis Lüneburg. Ob hier mal Herr Müller-Lüdenscheid gewohnt hat (Figur von Loriot). Auf jeden Fall haben wir uns erst einmal frisch gemacht und in Schale geworfen. Man glaubt es vielleicht nicht, aber auch für solche Anlässe verfügen wir über angemessene Kleidung in unseren Radtaschen. Golf-casual würde ich es bezeichnen. Dann sind wir durch den Park vor dem Clubhaus „geschritten“ um die tolle Aussicht auf den weitläufigen Golf-Court zu genießen. Anschließend mussten wir wählen, ob wir im Clubrestaurant, der Sonnenterrasse oder in den Räumlichkeiten im Obergeschoss dinieren wollten. Ein Platz für uns wurde gefunden und es ist die Art von Lokal, in dem die Kellnerin und nicht der Ehemann der Frau behilflich ist, den Stuhl beim Hinsetzen noch unter den Allerwertesten zu schieben. Hier isst man nicht – hier speist man. Wirklich leckere Kompositionen an exquisiten Gerichten aus der internationalen Küche. Nach einem Aperitif und einer schmackhaften Suppe ließen wir uns das Hauptgericht munden. Gezahlt wurde selbstverständlich, standesgemäß mit der goldenen Kreditkarte. Anschließend sahen wir uns bei einem Abendspaziergang noch das Golfgelände an. Knapp 50 Goldwägen hingen an Steckdose, um für die morgigen Invasion auf dem Green die Power zu haben. Ich glaube, wir könnten morgen noch schnell nach dem Frühstück die Platzreife machen. Danach noch eine der zwei 18 Loch Plätze abspielen, wäre immer noch Zeit für die nächste Radletappe (werden wieder 90 Kilometer werden). Das Golfspielen können wir zwar noch nicht richtig, aber wir wären mit unseren Mountainbikes sicher viel schneller als die anderen Spieler mit ihren Elektrowägelchen oder zu Fuß. Sandgruben würden wir mit einem Bunny-Hup überspringen. Die Golfschläger würden wir auf unsere Gepäckträger zurren. Am Abschlagspunkt mit einem Slide eine Vollbremsung hinlegen. Flurschäden? Macht nichts. Manch Anfänger schlägt mehr und tiefere Löcher in den Rasen als wir mit unseren Reifen. Den finalen Putt erledigen wir mit einem Vorderradkick. Die würden schauen. Die schnellsten wären wir sicher über die 18 Bahnen. Allerdings hätten wir auch eine Gepäcktasche voll mit Bällen dabei, weil wir so viel daneben schießen….Na, ja. Alles Phantasie. Ich glaube, wir müssen doch nach dem Frühstück unsere Räder satteln, den „von Finkenzeller“ an der Rezeption auschecken und wieder zurück zu unserem Vagabundenleben zurückkehren, an dem uns doch so viel liegt. Mehr erleben werden wir auf jeden Fall auf der Radtour als im Golf-Resort. Aber genießen werden wir es trotzdem, wenn wir uns gleich in unser Himmelbett im Obergeschoss unserer Suite begeben.

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In die holsteinische Schweiz

Der zweite echte Tourtag und es ging weiter an der Ostsee entlang nach Süden. Unser Tour Ziel war Plön am Plöner See. Da wir gestern einige Umwege gemacht hatten, wollten wir heute die geplante Tour ein wenig abkürzen. Statt 95 sollten es 75 Kilometer werden. Aber von Eckernförde die Schleife um die große Landzunge wollten wir uns doch nicht entgehen lassen. Gut, dann werden es halt etwas mehr als 85 Kilometer. Weiter stand Kiel auf dem Programm und von da aus nach Plön. Ich habe Elke noch vorgelesen, dass Plön schön eingebettet in der Hügellandschaft der holsteinischen Schweiz liegt. Hört sich nach ein paar Höhenmeter an.Am Morgen nieselte es auf den ersten 10 Kilometern nach Eckernförde. Regen kann man das nicht nennen. Da zucken wir nicht mal, nach all den Regenetappe, die wir in den letzten Jahren schon hinter uns gebracht haben. Leider konnten wir uns Eckernförde nicht genau ansehen, da wir im Wetterradar bereits die richtigen Regenwolken herankommen sahen.
Zu Mittag gab es ein paar Blätter Schinken und einen kleinen Keks am Ostseestrand, bevor wir auch hier aufbrachen, um dem herankommenden Regen zu entgehen. Die Technik mit dem Wetterradar auf dem Handy ist schon toll. Praktisch in Echtzeit kann man die Wolken und den Niederschlag verfolgen. Das gab es früher nur für die Flughäfen oder für die Teams der Formel 1….
Heute nutzen wir diese Dienste, als wäre es schon immer selbstverständlich.In Kiel könnten wir uns etwas Zeit lassen und genossen das geschäftigen Treiben im Zentrum und am Hafen, bevor wir wieder in das landwirtschaftlich geprägte Hinterland aufbrachen. Die schnellste Route wäre entlang der großen Bundesstraße von Kiel nach Plön gewesen. Und an dieser Stelle den dritten Tag in Folge großes, großes Lob an die Städte und Gemeinden. Fast jede Straße auch in der City von Kiel ist mit Radstreifen ausgestattet oder die Gehsteige so breit, dass Radweg und Fußweg gleichermaßen Platz haben. Da kann man sich anderenorts (auch bei uns in Bayern) eine große Scheibe abschneiden….
Auch die Autofahrer passen an den Radübergängen immer auf und respektieren die Fahrradfahrer. Echt super.
Zurück zur Tour. Hier hätten wir ohne Probleme und ohne Stress an der Bundesstraße entlang nach Plön radeln können. Aber wir fanden auf der Karte noch eine bessere Strecke durch die Natur. Nur mit einem „Aufpreis“ von extra 10 Kilometer. Mit dem was wir in der Innenstadt von Kiel noch extra gefahren sind und noch so ein paar Abstecher kamen wir wieder auf 102,7 Kilometer heute. Stattlich… aber es ging echt gut voran. Es war auch sehr abwechslungsreich. Gegenden mit großen Getreidefeldern und ein Gebiet mit vielen Pferdehöfen, dazu eine ganze Menge Seen. Die Gegend erinnert uns an die Reise durch die Masuren im Norden Polens. Ist ja auch nicht so weit entfernt.Morgen geht es weiter Richtung Süden. Wir merken – es ist noch eine Menge Deutschland übrig, bis wir Bayern erreichen….

Harter Einstieg…. An der Ostsee entlang

Zur ersten richtigen Etappe haben wir uns gleich mal eine 111,4 Kilometer Etappe eingeschenkt. Ein wenig mehr als geplant, aber es ergab sich so. Wir dachten auch, im Norden ist alles so gut wie flach. Aber spätestens während unserer Polenreise 2012 wissen wir es besser. Die vielen kleinen Erhebungen summieren sich. Das Höhenprofil zeigte nur so 10 bis 30 Meter Höhenunterschied. Da wegen der Ferienzeit fast alles ausgebucht ist, mussten wir noch gut 10 Kilometer drauflegen. Wir wollten eigentlich nach Eckernförde. Es verschlug uns dann nach Fahrdorf. Und nach 100 Kilometer kam dann die höchste Erhebung des Tages – eine Wand von 50 Höhenmeter. Die Wand von Kosel. Praktisch wie bei der Tour de France. Die entscheidenden Anstiege liegt meist am Ende der Etappe…. Aber in der Endabrechnung waren es bei uns doch 555 Höhenmeter. Nicht viel, aber für vermeintlich flaches Land ganz schön viel….

Am Anfang fuhren wir auch durch Flensburg. Der Hafen war sehenswert. Beim Rausfahren aus dem Ort sahen wir noch beim Kraftfahrtbundesamt vorbei – Punkte ansehen. Aber sie sagten, sie finden keine von uns und so fuhren wir zufrieden weiter.

Und jetzt dürfen wir ein großes Lob aussprechen. Ich glaube, von den 114 Kilometer fuhren wir 80 % auf beschilderten und angelegten Radwege. Sehr viele Straßen sind mit Radwege ausgebaut, viel mehr als bei uns im Süden. So war das Fahren sehr entspannt.

Noch etwas wissenswertes. Mir fielen die vielen Namen mit Endung -sen auf. Thomsen, Jansen, Martinsen und wo weiter. Ich habe nachrecherchiert. Es handelt sich um ein Patronym. Es gibt an, welches der Vorname des Vater ist. Die Bildung des Patronyms erfolgte im norddeutschen Sprachraum nach dänischem Vorbild oft durch Anhängen der Endung -sen („Sohn“) an den Vornamen. Beispiel: Peter Jans-sen „Peter, Sohn des Jan“. Ich überlege, wie sich das bei uns in Bayern auswirken würde. Sohn heißt bei uns „Bua“. Der Sohn vom Hans Müller heißt Beni. Dann müsste er vollständig Beni Hansbua heißen. Klingt komisch.

Was uns auf unserer Tour heute aufgefallen ist, sind die noch ganz schön verbreiteten Reetdächer, die aus gebündelten Schilf. Das Wort „Reet“ stammt vom Rohr – also vom Schilfrohr ab. Reet bzw. Schilf war eines der ersten Bedachungsmaterialien der sesshaft gewordenen Menschen; dies ist vor allem auf seine Eigenschaften als Wasserpflanze und seine lokale Verfügbarkeit zurückzuführen. Die ersten Reetdächer waren einfache Eindach-Häuser. Im Mittelalter wurde aufgrund der Brandgefahr in dicht bebauten Gebieten das Reetdach in den Städten durch Hartdächer ersetzt. Auf dem Lande behielt das Reet jedoch bis in die heutige Zeit eine gewisse Bedeutung. Die ersten nachgewiesenen Reetdächer (Pfahlbauten am Bodensee) gab es bereits um 4000 v. Chr. Es war leicht aufgebundenes Reet, das mit Haselnussstöcken als Schachtstange und eingeweichten Weidenstöcken auf den Dachstuhl gepresst wurde. Sehr schön anzusehen und scheint immer noch gut zu funktionieren.

Unsere Tour führte am Ende entlang der Schlei, einem mächtigen Meeresarm der Ostsee. Sie wird meist als Förde bezeichnet (Förde ist sozusagen das Wort für Fjord). Die Einordnung als Förde ist allerdings umstritten. Als Fjord bezeichnet man einen weit ins Festland hineinreichenden, durch einen seewärts wandernden Talgletscher entstandener Meeresarm. Die Schlei ist nicht auf diese Weise entstanden.

Morgen geht’s weiter. Mal sehen wie weit es wird. Aber nahe 100 Kilometer werden es schon werden… Vom Rest Deutschlands ist nämlich noch eine ganze Menge übrig, obwohl wir schon so weit gefahren sind….

Abstecher nach Dänemark

Moin, moin,#
Unsere Autofahrt ans Ende Deutschlands haben wir uns auf zwei Tage aufgeteilt. Gestern kamen wir noch richtig weit. Mitten ins Zentrum von Sachsen-Anhalt nach Calbe an der Saale. Ursprüngliches Dorf, leider nur noch 8500 von früher 15.000 Einwohnern. Die Abwanderung nach der Grenzöffnung war hier wie vielerorts stark zu spüren. Betrieb um Betrieb hörte auf. Die Menschen müssen in die nächstgelegenen Städte zum Arbeiten ausweichen. Die Schule mit seinem schönen Klinkerbau ist verwaist. Die Kinder des Ortes sind jetzt zu wenig für die Aufrechterhaltung des Schulbetriebes.

Heute noch ca. 500 Kilometer nach Flensburg. Dort haben wir das Auto abgegeben, die Räder aufgepackt uns los ging es. Wie immer sind die ersten Meter komisch mit dem schwer bepackten Rad zu manövrieren. Aber schon nach ein paar Kilometer hat uns die Gemütlichkeit dieser Art zu reißen wieder erfasst. Es entschleunigt uns einfach.

Heute standen nur ein paar Kilometer auf dem Programm – 25 um es genau zu nehmen. Es ging rüber nach Dänemark. Vorher wollten wir uns aber noch mit ein wenig Proviant versorgen und besuchten noch einen Supermarkt kurz vor der Grenze. Dieser hatte aber so hohe Preise – für unsere Verhältnisse. Dazu noch hauptsächlich dänische Waren. Auf dem Parkplatz nur dänische Kennzeichen. Sie kaufen hier Kofferraum-Ladungen ein. Warum? Ja, sie nutzen die günstigen Preise, die hier aufgrund unserer deutschen, recht niedrigen Mehrwertsteuerpreise so ausfallen. In Dänemark gibt es nur einen MwSt-Satz – nämlich 25 %. Bei uns 19 % und auf Lebensmittel nur 7 %. Gerade für Lebensmittel fahren viele Dänen rüber nach Deutschland. Wir suchten deswegen einen deutschen Supermarkt auf.

Die norddeutsche Sprache ist noch so ein Ding. Ich schaue den Menschen, mit denen wir hier sprechen immer in die Augen, um zu sehen, wie sie auf das Bayrisch, das ich einfach nicht künstlich unterdrücken kann, reagieren. Ganz „gscherd“ (=gemein) spreche ich meinen Dialekt ohnehin nicht hier oben. Im Radio hörten wir noch etwas lustiges in Plattdeutsch. Meine Herren, das Plattdeutsch kommt gleich hinter Schwitzerdütsch, nur ohne Berge. Ich hab nur die Hälfte verstanden. Ich bin schon gespannt, was passiert, wenn ich mal eine „Fleischpflanzlsemme“ (Bulette auf Brot) bestelle. Wenns mal egal ist und keiner mehr was versteht, werde ich noch eines Draufsetzen mit „Gei, a Knecherlsuiz habs ees net“. Auf der anderen Seite darf man die Norddeutschen nicht unterschätzen. Die könnten jetzt Jahrelang bei „Der Bulle von Tölz“ und den „Rosenheim Cops“ das Bayrisch trainieren.

Auch noch lustig, wie hier gegrüßt wird. Beim ersten Mal hatte ich noch gedacht, ich habe mich verhört. Aber als noch mehr zu mir „moin“ sagten, überlegte ich, ob die hier andere Tageszeiten haben. Ich betrachte „moin“ als die Übersetzung von „Morgen“. Aber es war schon 17 Uhr. Nein, jetzt wissen wir „moin“ und die Abwandlung „moin, moin“ sagt man hier den ganzen Tag. Praktisch. Das wenn ich zu Hause mal ausprobiere und am späten Nachmittag „guad Morgn“ sage. Dann halten die mich alle für plemplem oder vom Vortag noch besoffen und gerade erst aufgestanden.

Über die Grenze ging problemlos. Die Dänen haben extrem viele Radwege. Wir kamen gleich hinter der Grenze noch durch ein altes Internierungslager der Deutschen aus dem zweiten Weltkrieg durch. Es ist zu einem Museum geworden.

Was uns aufgefallen ist – die Menschen hier garteln unwahrscheinlich gerne. Alle Rasen Flächen sind wie geleckt gemäht und die Hecken akkurat zugeschnitten. So sieht man es vielleicht mal in der Schweiz, aber hier genauso. Ich glaube, mit Gartenwerkzeug kannst jeden Dänen eine Freude machen. Wenn die mit ihren Wohnwagen nach Süden fahren, werden sie durch Bayern fahren und denken, dass es in Bayern ganz schön gschlampert…. äh… schlampig zugeht…

Hier haben wir jetzt einen gemütlichen Abend bei einem super kochenden Italiener verbracht, der ein polnische Frau hat. Das ist eine Mischung. Wir unterhielten uns mit ihm in Italienisch. Er lebt seit 35 Jahren hier und hat uns einiges von den Menschen und dem Klima erzählt. Auch hier gab es eine stärke Abwanderung in die Stadt, die sich langsam umkehrt. Landwirte haben schon viel aufgehört. Oft sind es Niederländer und Deutsche, welche die Höfe kaufen und bewirtschaften.
So fing der Urlaub schon interessant an. Dänemark könnte man als eigenen Urlaub auch gut bereisen. Gleich mal bei Gelegenheit eine Tour zusammenstellen.

Morgen geht es über Flensburg an der Ostsee entlang. Ziel ist es, in die Nähe von Eckernförde zu gelangen….

Deutschlandtour – los geht’s

Eine neue Reise beginnt. Diesmal zieht es uns nicht in ferne oder fremde Länder. Dieses Mal bleiben wir in wDeutschland. Manchmal denke ich mir: überall auf der Welt kennt man sich aus – nur im Heimatland gibt es weiße Flecken. Und bei uns gibt es noch eine Menge weiße Flecken….

Also legen wir los. Wir sind gerade mit dem Auto auf dem Weg nach Flensburg. Hier soll es mit dem Rad von der dänischen Grenze nach Bayern gehen. Bayern ist ja kein weißer Fleck auf unserer Landkarte, deswegen wollen wir uns auf dem Weg von Flensburg die Ostsee, die Elbe, den Harz, Thüringen und noch weitere Gegenden in unserem Heimatland ansehen. Sicher warten auf uns wieder tolle Erlebnisse und Abenteuer…

Seid gespannt, was es die nächsten Tage zu lesen gibt.

Flucht in die Stadt und ins Kino

Nachdem für heute und für die nächsten beiden Tage Regen angesagt war, haben wir uns schon heute (zwei Tage vor unserem Heimflug) in die Stadt Catania sozusagen zurückgeflüchtet.
Bei strömenden Regen sind wir die 16 Kilometer von Nicolosi, welches sich auf 700 Meter über dem Meer befindet, nach unten gefahren. Die Räder waren nach kurzer Zeit verdreckt. Wir nahmen in diesem Fall die Hauptstraßen. In München würden wir sagen, den mittleren Ring. Aber die Straßen waren breit und wir kamen perfekt zurecht. Ob nach Bremsbeläge da sind, kann ich erst zu Hause in der Werkstatt berichten….Da wir schon Mittags hier in Catania ankamen, konnten wir noch durch das Zentrum der Stadt schlendern. Erinnerungen an unseren ersten Urlaub und unseren ersten Tag auf Sizilien vor zwei Jahren wurden wach. Die Stadt pulsierte. Es war viel los. Und der Regen hielt sich in Grenzen. Zumindest die Regenjacke reichte. Dafür wurden wir von ca. 20 Schirmverkäufer angesprochen, ob wir nicht ins Geschäft kommen wollen. Unsere Kapazitäten für Einkäufe sind ja begrenzt, aber für den Haushalt meines Vaters gab es eine schöne Mokkakanne von Bialetti (ui… Schleichwerbung, aber wir haben es regulär bezahlt, somit darf ich den Namen schon erwähnen). Sie ist aus Edelstahl und nicht aus Aluminium. Und was das beste ist… wir haben sie im Orginalshop gekauft. Außerdem gab es noch ein Milchkännchen zum Aufschäumen für unsere Siebträger-Kaffeemaschine. Da kann ich jetzt einen halben Liter Milchschaum auf einmal machen….Am späteren Nachmittag fing es wieder stärker an zu regnen. Deswegen sind wir ins Kino gegangen. Kein Witz! Wir wollen das schon seit letzten Donnerstag. Da war der Filmstart für den Streifen „Bentornato Presidente“. Eine Komödie. Leider hat es in den Orten, in denen wir waren entweder kein Kino gegeben oder wir waren um die Vorführzeit beim Essen. Und nach einer Radletappe ist das Essen immer wichtiger! Aber zurück zum Film. Es ist eine Fortsetzung des Films: „Bienvenuto Presidente“. Den ersten Film haben wir mehrfach gesehen. Auf Deutsch und auch auf Italienisch. Die Macher nehmen dabei die italienische Politik auf die Schippe und auch die Eigenheiten, wie die Korruption, die politischen Intrigen und warum die Politik nicht was ändern sollte. Dabei ist sich nach der Wahl des Parlamentes keiner der Parteien sich einig, wer Präsident werden soll. Also wählen Sie aus Jux Giuseppe Garibaldi, bekanntlich schon lange tot. Aber die Statuten sehen vor, dass die Wahl gültig ist. Und es gibt einen Giuseppe Garibaldi. Er lebt in den Bergen, fischt gerne Forellen und ist eine netter Mensch. Der wird dann Präsident und Krempel den ganzen Laden um.
Hier der Link zum Trailer (leider nur italienisch gefunden): http://www.filmstarts.de/kritiken/225219/trailer/19555607.htmlUnd heute konnten wir die Fortsetzung ansehen. Wir gingen gleich in die Nachmittags Vorstellung um 16:30 Uhr. Kostete 6 Euro… für uns beide wohlgemerkt. Das war ein günstiges Vergnügen und wir von der Straße weg, auf der es immer noch regnete. Wir haben auch erstaunlich viel verstanden. Die Handlung auf jeden Fall. Nur hin und wieder blieben wir an ein paar Phrasen hängen. Im Kino kannst halt auch nicht zurückspulen oder anhalten und im Wörterbuch nachsehen. Aber echt super der Film. Diesmal steigt der vor 6 Jahren wieder zurückgetreten Giuseppe Garibaldi wieder in die Politik ein. Die Regierung kann sich auf keinen Premier einigen. Es gibt Linke und Rechte. Jeder will den Chef spielen. Komisch, das kennt man doch. Ist das nicht ein klein bisschen die Situation, in der sich die Regierung letztes Jahr befand…. Ach ja, Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind sicher reeeeeeiiiiinnnn zufällig….. Auf jeden Fall Krempel Garibaldi Italien wieder richtig um. Und er hält auch der Italienischen Bevölkerung auf komödiantische Weise den Spiegel vor. Sehr lustig und auch tiefsinnig. Uns hat es gefallen. Wer weiß, wann der mal bei uns im Fernsehen zu sehen ist.
Hier der Trailer zum neuen Film:
https://youtu.be/4ZKf0yJcOlkMorgen wird es etwas langweiliger. Da heißt es Räder auseinanderbauen und im Karton verpacken. Taschen verpacken…. All das was man nicht so gerne macht, weil man weiß, der Urlaub geht jetzt zu Ende.